© Peder Iblher 
Peder Iblher
tunguska index
FREMDE/HEIMAT", # 20



FREMDE/HEIMAT (1996; 26 Bilder)

Die Identität der Kinderjahre wehrt sich vergebens gegen die umsichgreifenden politischen, kulturellen, ökonomischen und ökologischen Verwerfungen unserer Zeit.
Ikonen der Erinnerung, überkommener Rituale, privater Banalität, politischen Drucks, verstörten Gegenterrors
- betulich eingerahmt in die liebgewordenen textilen Überreste unserer und anderer Heimaten.


Ausgehend von Malereien und Zeichnungen, die sich auf die Widergabe von Hell/Dunkel-Kontrasten konzentrierten, experimentierte Peder Iblher lange Zeit mit Rastern und fotografischen Effekten, bis er schließlich zur direkten Verwendung von Fotos und ihrer Manipulation mit fototechnischen Verfahren überging.
Unter dem Label tunguska index verarbeitet er seit einigen Jahren vorgefundenes Fotomaterial zu Bilderserien. Mit dem Computer montiert und verfremdet, ist jeder dieser Sequenzen eine spezifische Klangfarbe und Stimmung eigen, entsprechend dem darin behandelten Thema. Die Serien bestehen meist aus etwa 25 einzelnen Bildern, die in ihrer Reihung eine zusätzliche Spannung und Intensität entwickeln. Die in einheitlichem Format erstellten, häufig mit Textfragmenten versetzten Bilder werden auf den ersten Blick mit der Ästhetik von Plattencovern, Videoclips oder anderen Versatzstücken unserer Kommunikationskultur assoziiert. Doch hinter dem Kult der Oberfläche setzt die Wirkung einer beunruhigenden Tiefe ein: die Faszination unserer technologisierten Welt offenbart gleichzeitig deren Monstrosität. So sind die herbe Schönheit technischer Bauteile, verlassener U-Bahn-Katakomben oder von bunten Störungen überlagerte Satellitenfotos beispielhafte Sujets der Arbeiten. Präsentiert werden die Bilder als Ausdrucke, im Printmedium, als Fotoabzüge (auch Großfotos) oder als Projektionen.




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