Robert Ryman

paranorm Video-Dokumente: bildende Kunst 
Video/Stills: © ralf roszius 
PROTOTYPE II
Installation
Retrospektive
Ausstellungseröffnung
Kunstmuseum Bonn, Museumsmeile Bonn
15./16,/21. März 2001
Farbe, 73 Min., PAL (4:3-Format)
Edition paranorm

Der amerikanische Künstler Robert Ryman (*1930) zählt zu den Klassikern des 20. Jahrhunderts. Seine Gemälde hängen in den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt, von San Francisco bis Tokyo. Im Unterschied zu seinen Zeitgenossen Robert Rauschenberg (*1925), Andy Warhol (1928-87) oder dem gleichaltrigen Jasper Johns ist Robert Ryman jedoch vor allem ein Künstler für Künstler und Kenner geblieben. Sein eher stilles, aber radikales Werk ist von enormer Bedeutung und Aktualität.
Der 70. Geburtstag des Künstlers im letzten Jahr gibt Anlaß zu einem umfassenden Rückblick auf sein ebenso unverwechselbares wie vielfältiges Schaffen. Nach Retrospektiven im Museum of Modern Art, New York und der Tate Gallery London ist dies die erste große Übersichtsausstellung von Robert Ryman in Deutschland seit 1981. Der Werkschau in der Kunsthalle Düsseldorf gingen 1968 Ausstellungen in den Galerien Konrad Fischer, Düsseldorf und Heiner Friedrich, München voraus.
Die Kunstgeschichte stilisiert Ryman gerne als den 'Magier des Weiß'. Tatsächlich spielt diese Farbe seit den künstlerischen Anfängen Rymans 1960 eine dominante Rolle, ob der Künstler mit Öl arbeitet, Email- oder Lackfarbe verwendet, ob er eine Gouache auf Papier herstellt oder eine Malerei auf Leinwand. Dabei ging es dem Künstler nie um eine symbolische Aufladung der gewählten Farbe, sondern Weiß ist für ihn ein Material, das sichtbar macht und die malerischen Ereignisse zusammenfaßt. Vielmehr geht es Ryman um die Malerei selbst und die besonderen Erfahrungen, die durch sie möglich sind. Mit bewundernswerter Konsequenz hat er grundsätzliche Fragen an das Gemälde gestellt. Durch seine Kunst schafft er spezifische Situationen, die das Bild, die Wand, das Licht, den Raum und die Antwort des Betrachters auf das Bild umfaßt. Deshalb ist dem Kunstmuseum Bonn, bezogen auf den Ort, eine neue, andere Ausstellung als im Haus der Kunst München entstanden. Im besonderen Maße trägt hier die Möglichkeit der Beleuchtung durch Tageslicht zur Wirkung der Bilder bei.
Die Ausstellung ist als umfassende Übersicht konzipiert. Sie zeigt zentrale Werke aus allen Schaffensphasen, die früheste stammt aus dem Jahr 1961, die jüngste, PROTOTYPE II, ist 2001 im Kunstmuseum Bonn entstanden. Im Unterschied zu einer herkömmlichen Retrospektive wagt die Ausstellung eine neue Form der Annäherung. Die einzelnen Arbeiten werden nicht in einer chronologischen Abfolge präsentiert, sondern in atmosphärischen Zusammenhängen. Die Räume lassen unterschiedliche Stimmungen und Tonlagen spürbar werden und führen weniger historisch als sinnlich Werkkorrespondenzen vor. Neben der konzeptionellen Komponente des Werks von Ryman zeigen sich auch die meditativen Qualitäten, neben dem Minimalisten gewinnt der Sensualist Ryman Kontur.
Kunstmuseum Bonn
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In: Begleitinformation zur Ausstellung. Bonn, 21.03.2001




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