Lee Ufan

paranorm Video-Dokumente: bildende Kunst 
Video/Stills: © ralf roszius 
Gemälde 1973-2001
Ausstellungseröffnung
Es sprechen:
S.E. Hwang Won-Tak, Botschafter der Republik Korea in der Bundesrepublik Deutschland
S.E. Issei Nomura, Botschafter von Japan in der Bundesrepublik Deutschland
Kunstmuseum Bonn, Museumsmeile Bonn
17. Juni 2001
Farbe, 27 Min., PAL (4:3-Format)
Edition paranorm

Lee Ufan zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern aus Asien. dessen Werke weltweit in den bedeutendsten Sammlungen präsent sind. In Deutschland ist Lee besonders durch sein skulpturales Werk hervorgetreten. Weniger bekannt sind seine Gemälde. die das Kunstmuseum Bonn jetzt in einer umfangreichen Ausstellung präsentiert. Gezeigt werden ca. 45 Gemälde aus den letzten drei Jahrzehnten, u.a. aus der Tate Gallery London und dem Centre Georges Pompidou, Paris. Lee Ufan wurde 1936 in Kyonsangnamdo (Süd-Korea) geboren, siedelte 1956 nach Japan über und studierte an der Nihon Universität in Tokyo Philosophie. Ende der sechziger Jahre war Ufan eines der führenden Mitglieder der japanischen Künstlerbewegung Mono-ha, die internationale Aufmerksamkeit erzielte. Lee Ufan verband mit dieser Künstleravantgarde die Vorstellung von einer nicht darstellenden Kunst, die auch nicht ausschließlich Ausdruck der subjektiven Erfahrung des Künstlers sein will. Vielmehr konzentriert er sich auf eine elementare Befragung des Bildes und dessen bildräumliche Weite. In den frühen Werkserien From Point (1973) und From Line (1977) setzt Lee Ufan einzelne Pinselzüge auf eine große weiße Bildfläche. Diese diskreten Zeichen auf der Leinwand treten in einen Dialog zueinander und strahlen über die Leere des Bildgrundes hinaus in den Raum und erzeugen ein Gefühl der Unendlichkeit. Dabei ist jeder einzelne Strich mit Bedacht und Konzentration gesetzt. Lee Ufan erzeugt einen Spannungsbogen zwischen der materiellen Präsenz des Pinselstrichs und der räumlichen Leere über die weiße ungerahmte Leinwand hinaus in den Raum des Betrachters. Die Werkserie With Winds, die in den 80er Jahren entstand, zeigt gestisch-dynamischere Pinselzüge, aber auch hier sucht Lee Ufan die Auseinandersetzung mit der Bildfläche. die er mit seinen nur scheinbar expressiven Pinselstrichen aktiviert und in Korrespondenz zum Raum bringt. In den 90er Jahren in seiner Werkserie Correspondence reduziert Lee die Pinselzüge wieder auf wenige einzelne Zeichen, die er in der bildräumlichen Weite schweben läßt. In allen seinen Bildern bleibt aber das Bestreben einer malerischen Darstellung der Unendlichkeit und der Leere, erfüllt mit Leben durch einzelne sich wiederholende Zeichen.
Das Kunstmuseum Bonn zeigt Arbeiten aus allen Werkphasen, die Lee Ufans Ausdrucksreichtum zwischen einem westlichen Minimalismus und einer östlichen, an der Tuschmalerei orientierten Sensibilität darstellen. Die Ausstellung wurde mit der Unterstützung der Samsung Foundation (main sponsor), der Korea Foundation und der Japan Foundation, Japan Airlines and Yamato Transport Co., Ltd. (additional sponsors) ermöglicht.
Kurator: Dr. Christoph Schreier
Kunstmuseum Bonn


In: Begleitinformation zur Ausstellung. Bonn, 17.06.2001 Gemälde 1973 bis 2001 Ausstellungseröffnung Kunstmuseum Bonn Museumsmeile Bonn, 17. Juni 2001




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