bodytalk

paranorm Video-Dokumente: darstellende Kunst 
Video/Stills: © ralf roszius 
DER UNVOLLENDENICH
TanzTheater
Theater Bonn/Lampenlager, Bonn
11. Januar 2009
Farbe, 73 Min., PAL (4:3-Format)

Edition paranorm
DER UNVOLLENDENICH oder WARTEN AUF DEN TUNNEL AM ENDE DES LICHTS

von Yoshiko Waki und Rolf Baumgart

und

Robert - Ziv Frenkel
Clara - Miranda Glikson (a.G. Tanzcompagnie Giessen)
Brahms - Rouzbeh Asgarian
Doktor - Katrin Schyns
Rhein - Yoshiko Waki


Produktionsassistenz - Anna Rick

Bühne - Anne Brüssel
Kostüme - Juliana Botchie
Video - paranorm

Licht - Guido Paffen
Beleuchtungseinrichtung - Günter Schons, Frank Berg
Ton - Dieter Saß
Inspizient - Thomas Müller



bodytalk
ist eine TanzTheater - Gruppe in Bonn, deren Stamm zuvor beim Choreografischen Theater Johann Kresnik engagiert war. Einzeln haben wir bisher Stücke an Theatern und in der Freien Szene produziert, jetzt arbeiten wir zusammen.


Ziv Frenkel ist 46 Jahre alt und hat die letzten Jahre in Bonn getanzt. Robert Schumann hat die letzten Jahre seines Lebens in der privaten Nervenheilanstalt Bonn - Endenich zugebracht und starb dort 46-jährig im Sommer 1856:

In DER UNVOLLENDENICH geht es um Robert Schumann und um uns. Was bedeutet es, wenn die Mitwirkenden ihr eigenes Schicksal in dem von Robert Schumann spiegeln? Besonders in dem seiner letzten beiden Jahre, als ihn in Endenich Geister quälten und ihm vorwarfen, als Komponist versagt zu haben. Was passiert, wenn Tanz und Realität aufeinander treffen? Bonna Notte. Gute Nacht, Bonn!
Wann ist eigentlich Nacht? Wenn die Lichter ausgehen - oder wenn sie angehen? Was machen abgewickelte Tänzer in einer solchen Situation? Für uns gehen die Lichter im Lampenlager an...


Robert liebt Brahms liebt Clara liebt ...
Bevor Robert Schumann am Rosenmontag 1854 in Düsseldorf in den Rhein sprang, brachte der junge Johannes Brahms Licht in das Leben der Familie Schumann.
Die gefeierte Pianistin Clara Schumann, die das Werk ihres Gatten Robert auf ausgedehnten Konzertreisen durch Europa popularisierte, der gerade als Musikdirektor in Düsseldorf gescheiterte Robert Schumann und der zwanzigjährige Pianist Johannes Brahms, der am Anfang seines kompositorischen Weges stand, bildeten ein ganz besonderes Dreiecksverhältnis, ein dreifaches Dreiecksverhältnis: Robert Schumann und Johannes Brahms „konkurrierten" um die Zuneigung Clara Schumanns, Clara und Johannes um die Zuneigung Roberts und Clara und Robert um die Zuneigung von Johannes Brahms.


Robert Schumann in Endenich

Nachdem Robert Schumann am Rosenmontag 1854 in Düsseldorf in den Rhein gesprungen und von Pappnasen gerettet worden war, wurde er in Endenich therapiert. Ihm wurde ein Loch in den Schädel gebohrt, um ihn von den Geisterstimmen zu befreien. Als Schocktherapie wurde er mit kaltem Wasser übergossen. Wenn er das Essen verweigerte, wurde er mit Wein, Marmelade und hoch konzentriertem Fleischextrakt zwangsernährt. Der Erfolg der Therapie wurde durch tägliches Klistieren überprüft. Schließlich dämmerte er, zeitweise laut und unverständlich schimpfend, vor sich hin. Als letzte Beschäftigung schrieb er Fluß- und Ortsnamen aus Atlanten ab und ordnete sie alphabetisch. Er kam bis N
- wie Endenich? Als seine letzten Aufzeichnungen sind überliefert:
Hab kein Hunger
Bin kein Dummer
Irrenhaus
Aus die Maus
Endenich
Enden ich

Robert Schumann und Led Zeppelin
In Endenich quälte sich Robert Schumann mit Selbstvorwürfen, seine Kompositionen seien nicht von ihm. Dieses Schicksal teilt er mit der Rockband Led Zeppelin, die mehrfach deswegen verurteilt wurde.
Allerdings ist deren Abkupfern des „Stairway to heaven" - Intros bei Robert Schumann verjährt ...
__________
In: Programmhinweis (PDF) zu DER UNVOLLENDENICH
Herausgegeben zur Premiere am 8. Januar 2009
Herausgeber: THEATER BONN




© 2020 paranorm.de
: Impressum