Lee Ufan (* 24. Juni 1936 in Haman-gun, Keisho-nando, Provinz Chosen, damaliges Japanisches Kaiserreich, heutiges Südkorea), auch Yi U-hwan, ist ein Maler und Bildhauer, der sich in seiner minimalistischen Kunst auf asiatische und auf europäische Wurzeln bezieht.


Nach dem Beginn eines Kunststudiums an der Seoul National University ging Lee 1956 nach Japan an die Nihon-Universität, um ostasiatische und europäische Philosophie zu studieren. In den 1960er Jahren war er Schlüsselfigur der japanischen Künstlergruppe Mono-ha (etwa „Gruppe der Dinge"). Er vertrat einen strikten Kurs der Entwestlichung und wandte sich in Theorie und Praxis gegen die westliche Moderne, die das Selbstverständnis Japans nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmte.
Die Künstler der von anderen Mono-ha genannten Gruppe benutzten hauptsächlich vorgefundene, natürliche Materialien. Die Dinge sollten für sich selbst sprechen. Kunst wurde nicht primär als schöpferischer Akt gesehen, sondern als Neuanordnung von Vorgefundenem, das dadurch in Beziehung tritt mit dem umgebenden Raum.
Auf der 7. Pariser Biennale 1971 war Lee Ufan als Repräsentant Südkoreas erstmals in Europa vertreten. Er unternahm Reisen durch Europa. 1971 markiert für Lee das Ende der Mono-ha-Bewegung und bildet einen wesentlichen Schnittpunkt in seinem Werk.
Seit den 1970er-Jahren lebt Lee in Paris und Tokio. Im Jahr 1977 war er Teilnehmer der Documenta 6 in Kassel.
Von 1973 bis 1990 war Lee Professor an der Kunsthochschule Tama in Tokio.
1997 wurde Lee Gastprofessor an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris.
2010 wurde das „Lee-Ufan-Museum" auf Naoshima, Japan eröffnet.
Mit Lee Ufan. Inhabiting time zeigt das Centre Pompidou Metz 2019 eine Retrospektive des Werks Lee Ufans über mehr als fünf Dekaden.

Lee Ufans Werk gründet auf einer intensiven Auseinandersetzung mit ostasiatischer und europäischer Philosophie. In Lee Ufans Arbeiten begegnen Ansätze der US-amerikanischen Minimal Art und Land Art traditionellen asiatischen Raum- und Landschaftskonzepten. Seine Arbeit begleitet er kontinuierlich in theoretischen Erörterungen.
„Es geht ihm nicht darum, ein Kunstobjekt zu realisieren, sondern er nutzt die Kunst, um die umgebende Stille und Leere, ‚den großen schillernden Kosmos' sichtbar zu machen. ‚Schließlich möchte ich durch die Begrenzung des Ego auf ein Minimum den Bezug zur Welt auf ein Maximum steigern. Ich bin es, der die Korrespondenzen herbeiführt, aber dass einen aus dem Werk heraus ein Unendlichkeitsgefühl anweht, das beruht auf der Kraft des leer gebliebenen Raumes. Meine Werke, hoffe ich, erscheinen auch anderen als das, was sie für mich selbst sind, halbtransparente Dinge, die stets das Unbekannte in sich einschließen.'"


Auszeichnungen

1990: Ordre des Arts et des Lettres (Ritter)
2001: Ho-Am-Preis für Kunst
2007: Ehrenlegion (Ch. LH)
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Seite „Lee Ufan". In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. September 2019, 11:58 UTC.
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Gemälde 1973-2001, 2001. In: paranorm Video-Dokumente: bildende Kunst Video/Stills: © ralf roszius 



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