Martin Pohl (* 28. März 1930 in Festenberg, Schlesien; † 23. September 2007 in Neubrandenburg) war ein deutscher Dichter und Schauspieler.


Der Sohn eines Kaufmannes war Zögling der Herrnhuter Brüdergemeine, was ihn vor allzu großem Einfluss des Nationalsozialismus bewahrte. Im Jahr 1945 kam er nach Berlin. Eine kaufmännische Lehre brach er ab und wurde Redaktionsvolontär und Assistent im Verlag Neues Leben und im Aufbau-Verlag. 1951 begegnete er Bertolt Brecht, der in der Akademie der Künste der DDR eine Meisterklasse für Dramaturgen und Regisseure eröffnet hatte. Pohl wurde einer von Brechts Schülern und arbeitete eineinhalb Jahre am Berliner Ensemble, bis er 1953 Opfer einer Verleumdung wurde. Politischer Verbrechen gegen die DDR bezichtigt, wurde er zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Auf Brechts Intervention kam er nach zwei Jahren frei und ging 1955 nach Westberlin. Dort nahm er Schauspielunterricht und siedelte in die Schweiz über. Dort inszenierte er als Mitglied einer Wanderbühne eigene Theaterstücke, spielte Theater und führte Regie bei der Aufführung von Stücken von August Strindberg und Jean-Paul Sartre.
1972 kehrte Pohl nach Westberlin zurück. Dort kam es erstmals zu Veröffentlichungen von Gedichten. Martin Pohl machte sich einen Namen als Autor von Balladen, Sonetten und Ghaselen. In Berlin nahm er seine Theaterarbeit wieder auf. Er bearbeitete die Prosa des polnischen Autors Bruno Schulz („Die Zimtläden") für die Bühne des „theatr kreatur" des Malers und Regisseurs Andrej Woron und wirkte in der Aufführung als Schauspieler mit. 1999 zog er nach Neubrandenburg in die familiäre Nähe seiner Tochter Wera Koseleck.
Pohl wurde auf dem Friedhof im mecklenburgischen Dorf Groß Nemerow beigesetzt.
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Videolesung, 1987. In: paranorm Video-Dokumente: Literatur Video/Stills: © ralf roszius 


s.a. Pohl, Martin. In: Galerie paranorm



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