BBM (Beobachter der Bediener von Maschinen) ist ein Künstler- und Kuratoren-Kollektiv.
BBM wurde 1989 in Berlin von Olaf Arndt, Titus Kockel und CFN Werner (20. April 1965 - 20. April 2018) gegründet. Seit 2011 betreibt BBM als gemeinnütziger Verein einen denkmalgeschützten Hof an der Elbe in der Westprignitz als „subversiven Think Tank".


Die erste Ausstellung interaktiver Objekte wurde 1989 in der Galerie „paranorm" in der Berliner Lützowstraße realisiert. Seitdem bestimmen vornehmlich Live-Shows und Aktionen, die anfangs der Tradition „autodestruktiver Kunst" verpflichtet waren (siehe Gustav Metzger), die Arbeit der Gruppe.
BBM verstehen sich als personell offene Forschungs-Plattform an der Schnittstelle zwischen Kunst, Wissenschaft und Technik. Sie betreiben seit 1997 ein eigenes, 800 m² großes Labor für kinetische und mediale Experimente in Hannover.
Ihr bislang bekanntestes Projekt ist der Themenpark „Wissen" auf der Expo 2000, ein Schwarm-Experiment mit 72 Robotern, das bis heute als größter gelungener Versuch in „collective roboting" gilt und von 1,2 Millionen Besuchern gesehen wurde.
2003 bis 2006 leiteten BBM das EU Kultur 2000 Projekt TROIA (Temporary Residence of Intelligent Agents) über „Technologien politischer Kontrolle" und neue Methoden der Beherrschung von Unruhen im öffentlichen Raum.
Im Jahr 2009 kuratierten BBM gemeinsam mit Cecilia Wee, London und Moritz von Rappard das Projekt Embedded Art in der Akademie der Künste am Pariser Platz, Berlin, an dem über 50 Künstler teilnahmen. Alle gezeigten Kunstwerke sind Auftragsarbeiten und behandeln kritisch die Themen Sicherheit und Kontrolle, die staatlichen Reaktionen auf die „neuen Gefahren" durch „internationalen Terrorismus", sowie die daraus resultierenden gesellschaftlichen Veränderungen. Ferner präsentierten BBM im Rahmen von Embedded Art die New Yorker Show „aesthetics of terror", die im Herbst 2008 aus politischen Gründen abgesagt wurde.
BBM beschäftigen sich mit der Zurichtung des Menschen durch technische, ideologische und architektonische Maßnahmen. In stets komplexen Inszenierungen im öffentlichen Raum setzen sie Roboter, selbst entwickelte optische Kontrollsysteme und nicht-tödliche Waffen wie Schaum, Strom, Schockwellen, Hitzestrahlen, Maldorants, Flash-Bangs, gepulstes Licht, weiche Projektile und andere, psychologisch effektive, aber weniger gefährliche Wirkmittel ein. Ihre Projekte ähneln eher Straßenschlachten als Ausstellungen. „Crowd control" und der Konflikt zwischen systemoppositioneller und staatlicher Gewalt sind durchgehend wichtige Themen der Gruppe.
Seit 2003 sind sie in eine ästhetisch subtilere, mehr auf Recherche und Aufklärung ausgerichtete Phase ihrer Entwicklung eingetreten. Sie untersuchen den Einsatz der Wissenschaften im Kampf gegen den Terror, sowie den Nutzen von Hochtechnologie zur Pazifizierung der Bevölkerung bei Konflikten in demokratischen Staaten.
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Seite „BBM (Künstlergruppe)". In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 22. Juni 2019, 17:39 UTC.
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maschinen, 1989. In: paranorm Video-Dokumente: bildende Kunst Video: mirjam lehnert/Stills: © ralf roszius 


s.a. BBM. In: Galerie paranorm



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