Die Berliner. Eine Aktion im Kunstmuseum Bonn, 2019
Diverse Kleidungsstücke bestickt mit Umrissen menschlicher Schatten

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Vom 1.11.2018 bis zum 24.02.2019 haben Besucher*innen des Kunstmuseum Bonn die Gelegenheit, an der Aktion „Die Berliner“ von Roland Schefferski teilzunehmen. Bei der Aktion „Die Berliner“ von Roland Schefferski handelt es sich um ein partizipatives Projekt, das seit dem Jahr 2000 anlässlich verschiedener Ausstellungen als eine begleitende Aktion durchgeführt wird. Schefferski realisiert diese Aktion mithilfe von Arbeiten in Form von „markierten“ Kleidungsstücken. Sie werden dem jeweiligen Aus­stellungspublikum zum Tragen angeboten. Die Besucher*innen einer Ausstellung bekommen im Tausch für ihre Jacken an der Garderobe des Museums unterschiedliche Kleidungsstücke wie Sakkos und Mäntel mit aufgestickten Schattenumrissen von Berliner Bürger*innen. Diese, als eine Art Interaktion konzipierte und auf Bewegung und Dynamik basierende steht für einen ins Kinetische erweiterten Werkbegriff und weist mit ihrem dynamisierten Charakter das Wahrnehmen als zeit- und raumgebundener Prozess aus. Ihre Durchführung im Kunstmuseum Bonn anlässlich der Ausstellung „Der Flaneur – Vom Impressionismus bis zur Gegenwart“ kann als ein reales Erlebnis zur erweiterten Rezeption des Konzeptes dieser Ausstellung beitragen. Bis jetzt ist die Aktion „Die Berliner“ unter Beteiligung der Besucher*innen u.a. im Zentrum für Zeitgenössische Kunst Ujazdowski Schloss in Warschau, im Beyond Baroque Zentrum in Los Angeles, in der Galerie L in Moskau und im National Museum in Krakau durchgeführt worden. In Deutschland hat sie in Berlin anlässlich der Ausstellung „Wir Berliner“ im Märkischen Museum und im Ephraim Palais stattgefunden.


Kunstmuseum Bonn


Roland Schefferski (* 1956 in Kattowitz, Polen) ist ein deutsch-polnischer Objekt- und Installationskünstler. 

Schefferski besuchte von 1971 bis 1976 das Gymnasium für Bildende Künste in Breslau, Polen. Anschließend studierte er von 1976 bis 1981 Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste (jetzt Akademie der Bildenden Künste) in Breslau. 1984 übersiedelte er nach West-Berlin. 1989 gründete er im Rahmen eines eigenen Kunstprojekts das bis 1991 bestehende Kunstmagazin WEAST, dessen Mitherausgeber er war und das internationale Beachtung fand (u. a. in der Sammlung des Museum of Modern Art, New York). 1986 erhielt er den Ersten Preis der Internationalen Ausstellung für Miniaturkunst in Toronto, 2000 den Lovis-Corinth-Förderpreis der Künstlergilde Esslingen. Schefferski lebt und arbeitet in Berlin.